DAS WORT – 05. Mai 2007

Anfang Juni findet in Köln der 31. Deutsche Evangelische Kirchentag statt unter der Überschrift „Lebendig und kräftig und schärfer…“ Diese Worte aus der Bibel lauten im Zusammenhang: „Ja, das Wort Gottes ist lebendig, kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, es dringt durch Seele und Geist und geht durch Mark und Bein“. Ich hoffe, dass auch viele Menschenworte auf diesem Kirchentag lebendig und kräftig und scharf sind. Von einer Stimme auf vielen Kirchentagen konnte man das immer sagen: Es war Dorothee Sölle, die mit ihren Bibelauslegungen der Schärfe des Wortes Gottes Gehör verschaffen wollte. Sie kämpfte mit der Kraft des Wortes Gottes gegen den gottlosen Satz: „Ich kann ja sowieso nichts machen!“.

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DAS WORT – 04. Mai 2007

Wollen wir etwas sehr stark ausdrücken, sagen wir: Es schreit zum Himmel! Die Ungerechtigkeit auf der Erde schreit zum Himmel: Während die einen danach trachten, dass sie dem Überfluss immer mehr abgewinnen, sehen die anderen, dass die Welt sie vergessen hat und ihre Kinder an Hunger sterben. Die Welt unterwirft sich, ohne weiter zu fragen, den Gesetzen des Geldes. Wir können erkennen, wohin Geld strömt und wo der Absturz in die Verelendung geschieht. Schlimm ist die behauptete Unvermeidlichkeit des Ganzen: Eine Grundeinsicht setzt sich durch: „Man kann dagegen nichts tun, das ist zwangsläufig so.“

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Nicht zu glauben! – Gott – abhängig?

In wenigen Wochen beginnt in Köln der 31. Deutsche Evangelische Kirchentag. Zu den die Kirchentage mitprägenden Bibeltexten zusammen mit der Losung – „Lebendig und kräftig und schärfer…“ – und den Bibelarbeitstexten gehört auch ein „Kirchentagspsalm“. Die Bibelarbeitstexte bündeln kräftige und scharfe Herausforderungen: Die Prüfung Jesu (Matthäus 4), der Propheten (Jeremia 23), der Athener Philosophen (Apostelgeschichte 17), der Kanaanäerin (Matthäus 15) und Elias (1. Könige19). Überall erweist sich das Wort Gottes als lebendig, kräftig und schärfer als ein zweischneidiges Schwert. Aufregend ist der Schluss des 33. Psalms (in der Kirchentagsübersetzung):
„Deine Freundlichkeit, Adonaj, komme uns entgegen – wie wir dich erwarten“.

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DAS WORT – 03. Mai 2007

Einer, der im Winter durch deutsche Landschaften gefahren ist, sagt: Es gibt inzwischen Dörfer, da gehen morgens keine Lichter mehr an. Die Arbeitslosigkeit lässt ganze Landschaften veröden. Und während er das beobachtet, beschließt ein Konzern, der einen Milliarden-Gewinn eingefahren hat, bis zu 10 000 Arbeitsplätze “abzubauen“, wie er sagt. Er baut Arbeitsplätze ab, um den Wert des Unternehmens zu steigern. Je mehr Arbeitsplätze vernichtet werden, desto kräftiger sind die Kursgewinne. Es macht mir Mühe, dieses zynische Spiel zu begreifen. „Das gehört zu den selbstverständlichen Spielregeln. Das ist (..) unvermeidlich“, wird mir erwidert.

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DAS WORT – 02. Mai 2007

„Sein ganzes Leben war Arbeit“ – nicht selten liest man diesen und ähnliche Sätze in Todesanzeigen oder hört sie bei Traueransprachen. Das ist ganz positiv gemeint. Nach biblischem Verständnis von Arbeit und Ruhe hätte man dagegen etwas sehr Trauriges gesagt: Ein Mensch, dessen ganzes Leben Arbeit war, hat nur ein halbes Leben geführt, denn die Ruhe schließt die Arbeit ab, Arbeit ohne Ruhe ist nach der Bibel unvollständig. So ist nach der biblischen Schöpfungsgeschichte nicht der Mensch die Krone der Schöpfung, sondern die Ruhe am siebenten Tag.

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